Veränderung

Ich hatte mich entschieden, mich zu verändern und jeden Widerstand loszulassen. Es folgte eine lange Zeit intensiver Reflexionsarbeit. Ich machte mir es zur Gewohnheit meine Gedanken zu überprüfen und aufzuschreiben. Wenn es Gedanken und Glaubenssätze waren, die mir nichts bringen, oder sogar schaden, dann ließ ich ab von ihnen. Ich tauschte sie gegen Gedanken und Glaubenssätze aus, die mir nützlich sind, die mich bestärken. Plötzlich war ich 100% überzeugt davon auf dem richtigen Weg zu sein und glaubte an meine Genesung.

Es ist egal, wie lange man negative Verhaltensmuster oder Glaubenssätze erfahren hat. Jeder kann heute anfangen eine Veränderung herbeizuführen. Das Problem braucht nicht länger wahr zu sein. Wie wunderbar, das zu erkennen. Von diesem Zeitpunkt an, ist man frei!

Außerdem holte ich mir für diesen inneren Prozess, diese innere Arbeit Unterstützung durch Coachings und Selbsthilfegruppen. Ich hörte Podcasts und las Bücher zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung, Essstörung und Spiritualität.

Ich begann regelmäßig zu meditieren und mache das nach wie vor, jeden Tag, mindestens eine halbe Stunde. Das half mir, immer mehr bei mir selbst anzukommen, zu erkennen, wer ich wirklich sein möchte. Meditation ist nach wie vor eine sehr wertvolle und hilfreiche Methode für mich um Ruhe zu finden und mir über Dinge, die mich stark beschäftigen, bewusster und klarer zu werden.  

Des Weiteren begann ich mich intensiv mit positiven Affirmationen zu beschäftigen.  Ich arbeitete mit und an meinen Gedanken, jeden Tag. Diese innere Arbeit machte sich auch immer mehr im Äußeren sichtbar. Ich konnte immer mehr loslassen von alten destruktiven Verhaltensmustern. Sie rückten immer weiter in den Hintergrund. Sie verblassten.

Ich nahm mich an die Hand und begann nicht nur meinen Geist, sondern auch meinen Körper zu heilen. Ich begann mehr zu essen, step-by-step und stellte mich meinen Ängsten. Ich entwickelte ein höheres Verständnis von Angst. Es war nicht das Lebensmittel oder das Essen, wovor ich Angst hatte, es ging um Themen dahinter, im Inneren. Und plötzlich veränderte sich auch ganz wie von selbst meine Einstellung zum Essen.

Eine Heilung kann nur eintreten, wenn ich meine Wunden offen lege. Wenn ich mich nicht zeige, so wie ich bin, kann es kein Wachstum geben.

Das alles begann nicht von heute auf morgen, sondern war und ist ein zum Teil sehr schmerzhafter und langer Prozess. Ich bin jedoch unglaublich dankbar dafür, nie aufgegeben und diesen Weg für mich gefunden zu haben. Ohne all diese Erfahrungen würde ich nun nicht da stehen, wo ich jetzt bin. Und das ist gut so.

Persönliches Wachstum ist oft schmerzvoll, weil uns die Konfrontation mit unseren wahren Gefühlten oft mit Scham und Traurigkeit erfüllt. Aber es gibt ein Ziel, für dass sich dieser Entschluss lohnt: das Ersetzen emotionaler Muster, die uns Schmerz verursachen durch welche, die uns Frieden bringen. Und innerer Frieden ist ein wundervolles Gefühl.

Mittlerweile möchte ich dieses Ziel nicht nur für mich, sondern auch für andere verfolgen. Eine weitere Erkenntnis auf meiner Reise war nämlich irgendwann auch, dass ich all meine Erfahrungen und mein Wissen an andere Menschen weitergeben möchte, die mit ähnlichen Erkrankungen zu kämpfen haben. Und dieser Wunsch ist immer größer und größer geworden. So groß, dass ich ihn nicht mehr ignorieren kann und mich entschlossen habe, mich beruflich in diese Richtung weiterzuentwickeln. Mein Wunsch ist es in Zukunft andere Betroffene auf ihrem eigenen einzigartigen Weg zu unterstützen und ihnen dabei zu helfen sich von Ihrer Erkrankung zu  lösen. Wichtig dabei ist mir die Sicht des Menschen in seiner Ganzheit. Deshalb möchte ich zum Einen Wissen über eine gesunde Ernährung, v.a. auch bei unterschiedlichen Erkrankungen vermitteln.  Zum Anderen möchte ich mit verschiedenen mentalen Techniken arbeiten um dabei zu helfen innere Blockaden zu lösen und destruktive Verhaltensmuster abzulegen. Diese beiden Ansätze haben mir enorm geholfen und  mich ein gutes Stück auf meinem Weg vorangebracht.

Ich bin weiterhin gespannt, was auf meiner Reise noch so alles auf mich wartet. Doch ich vertraue meinem Weg und freue mich auf alles, was noch  kommen mag.

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