Selbstsabotage oder Abenteuer?

Ich habe heute den neuesten Blogeintrag von Marion Luisa gelesen und er hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Ich kann mich so wiederfinden in ihren Worten, sie spricht mir quasi aus der Seele:

„Ein riesengroßer Teil von mir ist identifiziert von Mangel, Kampf, Krise, Krankheit und Schwäche. Und zwar so sehr, dass ich schon gar nicht mehr weiß, wer ich ohne bin. Und auch keine wirkliche Vorstellung mehr davon habe, wie so ein Leben aussehen könnte. Und es ist nicht so, dass ich es mir nicht nur nicht vorstellen kann, sondern mir diese Überlegung sogar Angst macht. Weil es so unbekannt für mich ist und mir einfach zu leicht vorkommt, zu leer und zu einsam“. (Auszug aus dem Blog von Marion Luisa).

Das hört sich für Viele wahrscheinlich ziemlich unglaublich und seltsam an. Aber es ist tatsächlich so. Wenn man Jahre lang mit etwas zu kämpfen hat, z.B. eine Krankheit hat, die viele Lebensbereiche beeinflusst und mit Einschränkungen einhergeht, dann gewöhnt man sich irgendwann daran. Nein, man gewöhnt sich nicht nur daran, sondern identifiziert sich auch irgendwann damit. Man weiß gar nicht mehr, wer man ohne diese Krankheit ist, da sie einen großen Teil des eigenen Lebens füllt. Man hat Angst vor der Leere, vor dem großen Unbekannten ohne sie. Was ist denn da noch, wenn kein Kampf, kein Leiden, keine Schwäche mehr da ist?

Das sind Gedanken, die mich gerade ziemlich beschäftigen und bewegen. Ich merke richtig, dass da ein Prozess in mir in Gang gekommen ist, der immer mehr ins Rollen kommt. Und ich habe beschlossen, mich auf diesen Prozess einzulassen. Nach und nach die Kontrolle abzugeben. Mir zu sagen, dass es vollkommen okay ist, sich leer zu fühlen und Angst zu haben. Ich versuche alle Gefühle wahrzunehmen und Ihnen mit Verständnis zu begegnen, ohne nach einer Lösung zu suchen. Das ist nicht einfach, es ist tägliches üben. Ich merke, ich habe Angst vor Situationen, von denen ich weiß, dass sie bei mir negative Gefühle auslösen. Doch ich versuche immer mehr, mich dieser Angst zu stellen. Jeden Tag aufs Neue. Mit kleinen Schritten immer weiter voran.
Denn das Leben ist ein Abenteuer. Und ein Abenteuer kann man nicht kontrollieren. Ich lasse mich zaghaft aber neugierig auf dieses Abenteuer ein und versuche es zu genießen.

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